Grossbaustelle unter den Gleisen

Während der nächsten acht Jahre wird der Berner Bahnhof zur Grossbaustelle. Der meist unterirdische Bau wird vor allem auf den Nebenbauplätzen um den Bahnhof spürbar sein.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die hauptsächlichen Profiteure des Bahnhofausbaus werden am wenigsten von der Grossbaustelle mitbekommen. Die Passagiere des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) kommen während der ganzen gut achtjährigen Bauzeit weiterhin im alten RBS-Bahnhof an – bis der RBS 2025 seinen neuen Bahnhof unterhalb der Gleise der SBB bezieht.

Auch die Passagiere von SBB und BLS, die 2025 eine neue Unterführung im Bahnhof erhalten, sollen möglichst wenig unter dem Bau leiden, wie die Verantwortlichen des Grossprojekts am Montag an der Medienkonferenz zum Baubeginn betonten. In den ersten zwei Jahren seien gar keine Auswirkungen auf den Bahnbetrieb zu erwarten. Aber auch danach sollen die Bahnen nach Fahrplan verkehren.

Die Auswirkungen für die Bahnpassagiere werden vor allem deshalb begrenzt bleiben, weil sowohl der neue RBS-Bahnhof wie auch die neue Personenunterführung der SBB unter den heutigen Bahngleisen liegen und deshalb unterirdisch gebaut werden. Doch um den Bahnhof herum sind erhebliche Auswirkungen zu erwarten. «Ein solch grosses Bauwerk mitten in der Stadt wird deutlich sicht- und spürbar sein», sagte RBS-Direktor Fabian Schmid am Montag. Dies gilt vor allem für die vier Bauinstallationsplätze, von denen aus die Arbeiten vorangetrieben und der Aushub abtransportiert wird.

Grosse Grube im Hirschenpark

Auf den zwei Installationsplätzen des RBS im Osten laufen die Arbeiten bereits seit letzter Woche. Im Hirschenpark neben der Tiefenaustrasse wird schon bald eine riesige Baugrube ausgehoben. Hier wird später der heutige Zufahrtstunnel an den neuen RBS-Tunnel angeschlossen. Für die Grube werden auch rund 40 Bäume im Hirschenpark gefällt, die nach der Bauzeit durch neue Bäume ersetzt werden sollen.

Zudem müssen zur Bauvorbereitung Wasser- und Stromleitungen im Boden neu verlegt werden, was oben im Brückfeldquartier bereits im Gang ist. Auch auf dem früheren Eilgutareal neben der Reitschule arbeitet man bereits. Hier tragen Bagger momentan die Schienen ab. Später wird hier Abschnitt für Abschnitt der Boden geöffnet und der neue Zufahrtstunnel des RBS erstellt. Lastwagen werden den Aushub, der beim Tunnelbau entsteht, über die Tiefenaustrasse und die Autobahn abtransportieren.

Der dritte Installationsplatz des RBS wird erst in den kommenden Monaten im Westen, an der Laupenstrasse, entstehen. Der Grund ist eine immer noch hängige Einsprache der dort ansässigen Finanzmarktaufsicht des Bundes (Finma). Die Finma und ihr Vermieter stören sich an der Bauplattform, welche bei der Laupenstrasse geplant ist.

«Eine Konsenslösung mit den Einsprechenden zeichnet sich ab», sagte Schmid am Montag. Von diesem Installationsplatz aus wird der neue RBS-Tiefbahnhof unterhalb der Gleise 2 bis 7 der SBB gebaut werden. Weil das Gestein hier locker und wasserhaltig ist, soll der Boden für den Bau des unterirdischen Bahnhofs eingefroren werden.

Kein Bauverkehr in Länggasse

Im November werden die SBB ihren Installationsplatz auf der Grossen Schanze einrichten. Von hier aus wird die neue Personenunterführung mit Bahnhofzugängen in der Länggasse und dem Bubenbergplatz gebaut. Der Baustellenverkehr wird über Schanzenbrücke und Laupenstrasse westwärts geführt. «Das Länggassquartier ist davon nicht betroffen», sagte SBB-Programmleiter Benno Nussberger.

Es sei jedoch nicht leicht, die Erreichbarkeit des Bahnhofs für die Passagiere während der jahrelangen Bauzeit zu gewährleisten, sagte die städtische Baudirektorin Ursula Wyss (SP). Dies werde eine der Hauptaufgaben der Stadt Bern sein, die dafür auch eine Taskforce mit den Bauherrschaften eingerichtet hat.

Die Stadt wird zudem ab 2022 die Verkehrssituation am Bubenbergplatz neu gestalten. Voraussichtlich sei auch, so Wyss, eine neue Personenunterführung unter dem Bubenbergplatz zum Hirschengraben nötig.

Infopavillon zum Projekt im 1. Stock der Parkterrasse in Bern. Informationen im Internet: www.zukunftbahnhofbern.ch (Der Bund)

Erstellt: 03.07.2017, 21:29 Uhr

Hauptbahnhof ist bis 2025 Grossbaustelle

27. Juni 2017

Die Arbeiten für die erste Ausbauetappe des Berner Hauptbahnhofs haben begonnen, nachdem am Vortag die Baubewilligung rechtskräftig wurde (die Einsprache der Finma gegen den Bau-Installationsplatz an der Laupenstrasse ist aber noch hängig).

Das Projekt umfasst einen neuen unterirdischen Tiefbahnhof für die RBS und eine neue Personenunterführung im SBB-Bahnhof mit Ausgängen in der Länggasse und am Bubenbergplatz. Es wird insgesamt gut eine Milliarde Franken kosten. Mit dem Ausbau soll der Berner Hauptbahnhof für den Anstieg der Bahnpassagierzahlen fit gemacht werden. Diese werden laut Prognosen von heute 260'000 Personen pro Tag bis 2030 auf 375'000 Personen täglich zunehmen.

November 2017

Die SBB werden ihren Bauinstallationsplatz auf der Grossen Schanze einrichten. Damit startet auch der Bau der neuen Personenunterführung im Hauptbahnhof. Der RBS wird wohl auch im Herbst seinen dritten Installationsplatz im Westen an der Laupenstrasse einrichten. Die RBS-Installationsplätze im Osten, im Hirschenpark und auf dem früheren Eilgutareal der SBB sind bereits seit Ende Juni in Betrieb.

2022–2025

Die Stadt Bern wird die Umgebung des Bahnhofs gestalten, insbesondere am Bubenbergplatz und am Hirschengraben, wo ein neuer Bahnhofausgang entsteht. Dabei wird es vor allem auch um das Verkehrsregime gehen, das dort künftig gelten soll.

2025

Auf das Jahresende 2025 sollen die Bauarbeiten nach gut achtjähriger Bauzeit abgeschlossen sein. Der RBS wird einen komplett neuen Tiefbahnhof unter den SBB-Gleisen 2 bis 7 einweihen können. Der SBB-Bahnhof wird mit der neuen Personenunterführung Raum für grössere Passagiermassen bieten. Er soll zudem dank einer Glasfront zum Burgerspital auch heller und freundlicher sein.

2030

Voraussichtlich werden bereits fünf Jahre nach der ersten Ausbauetappe die Arbeiten für den nächsten Schritt beginnen: den Ausbau der Schienenkapazität im SBB-Bahnhof. Die SBB haben allerdings auf einen eigenen neuen Tiefbahnhof verzichtet. Stattdessen sollen seitlich vier neue Gleise in den Schanzenhügel hinein gebaut werden.

Artikel zum Thema

«Es wird Lärm und Staub geben»

Video Der Startschuss für den Ausbau des Berner Bahnhofs ist gefallen. Baudirektorin Barbara Egger sagt, was das für die Bevölkerung bedeutet. Mehr...

Im Juli startet der Bahnhofausbau

Der Bund hat die Bewilligung für den Ausbau des Berner Bahnhofs erteilt. In zwei Monaten starten die Arbeiten im Wildpark und auf dem Eilgutareal. Mehr...

«Für die Anwohner wird es eine Belastung»

Mit dem Umbau des Bahnhofs Bern ab Sommer gibt es Lärm und Umleitungen. Die Stadt versuche Unannehmlichkeiten «möglichst» einzudämmen, sagt Verkehrsdirektorin Ursula Wyss. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Erfolgreich anlegen

ETF-basierte Anlagen sind im Trend, Online-Angebote auch. Durch die Kombination von beidem wird eine kostengünstige Anlagelösung angeboten.

Kommentare

Paid Post

Erfolgreich anlegen

ETF-basierte Anlagen sind im Trend, Online-Angebote auch. Durch die Kombination von beidem wird eine kostengünstige Anlagelösung angeboten.

Die Welt in Bildern

Immer schön strammstehen: Mitglieder der jüngsten Abschlussklasse der New Yorker Polizeiakademie passen vor Beginn der Feierlichkeiten im Madison Square Garden in New York, USA ihre Handschuhe an. Über 450 neue Polizisten wurden während der Zeremonie vereidigt (23. Oktober 2017).
(Bild: Justin Lane) Mehr...