Städtische Häuser am Dalmazirain werden sozial durchmischt

In zwei Liegenschaften, in denen die Stadt Bern bisher nur vergünstigten Wohnraum anbot, sollen neu auch Wohnungen gehobenen Standards zu Marktmieten angeboten werden.

Die städtische Liegenschaft am Dalmazirain 30 (Bildmitte) wird komplett saniert.

Die städtische Liegenschaft am Dalmazirain 30 (Bildmitte) wird komplett saniert. Bild: Google Streetview

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Die Berner Stadtregierung hat für die Gesamtsanierung der Liegenschaften am Dalmazirain 30 und am Dalmazirain 32 Kredite von 2,3 und 4,3 Millionen Franken gesprochen, wie sie am Freitag mitteilte. Ausser den Innenräumen sollen auch die Fassaden, die Fenster und das Dach der Liegenschaften saniert und die Elektro- und Sanitäranlagen komplett erneuert werden.

Bereits bisher wurden die Wohnungen am Dalmazirain im Segment «Günstiger Wohnraum mit Vermietungskriterien» (GüWR) angeboten, also für Leute mit geringem Einkommen. Das wird auch künftig so sein, wie Marcel Mischler, der Bereichsleiter Baumanagement des städtischen Immobilienfonds, auf Anfrage sagte. Das zentrale Kriterium bei den GüWR-Wohnungen: Das steuerbare Jahreseinkommen des Mieters muss unter 25'000 Franken liegen.

Dachwohnungen im gehobenen Standard

Allerdings sollen parallel zur Sanierung im Dachgeschoss der beiden Liegenschaften drei neue Dachwohnungen in gehobenem Standard geschaffen werden, die zu Markmieten vergeben werden. Am Dalmazirain 30 ist eine neue 3,5-Zimmer-Dachwohnung geplant, in der Liegenschaft Nummer 32 eine 2,5- und eine 3,5-Zimmer-Dachwohnung mit Galerie.

Doch weshalb schafft die Stadt den neuen Wohnraum nicht im GüWR-Segment, nachdem die Vorgabe des Stadtrats an die Regierung lautet, mehr günstigen Wohnraum zu schaffen und innert nützlicher Frist 1000 Verträge für vergünstigte Wohnungen abzuschliessen?

«Wir prüfen bei Sanierungen in jedem Fall, was machbar und sinnvoll ist», sagt dazu der zuständige Gemeinderat Michael Aebersold (SP). Im Fall Dalmazirain hätten die neuen Dachwohnungen aufgrund der baulichen Rahmenbedingungen «zu stark quersubventioniert werden müssen».

Bloss «positiver Nebeneffekt»

Eine bessere soziale Durchmischung war dagegen laut Aebersold nicht das Motiv beim Entscheid, die neuen Wohnungen nicht zu GüWR-Kriterien zu vermieten: «Das ist höchstens ein positiver Nebeneffekt.» Der Gemeinderat strebe bei Sanierungen «wenn immer möglich und finanziell vertretbar einen GüWR-Anteil von 100 Prozent an». Bei der sozialen Durchmischung gehe es aus seiner Sicht nicht um einzelne Häuser, «wichtig ist das Quartier als Ganzes».

Aebersold erinnerte an den Fall Attinghausenstrasse im Nordquartier. Dort will die Stadt in einem Mehrfamilienhaus 56 Wohnungen sanieren und anschliessend zu GüWR-Kriterien an Personen mit geringem Einkommen vermieten. Weil die meisten der heutigen Bewohner die GüWR-Kriterien nicht erfüllen, dürften sie trotz Protesten keine Chancen haben, einen neuen Mietvertrag für eine der sanierten Wohnungen zu erhalten.

Aufgrund des Falls Attinghausenstrasse hatte die FDP-Fraktion im Berner Stadtrat gefordert, dass bei künftigen Umwandlungen von Wohnhäusern maximal 50 Prozent der Wohnungen einer Liegenschaft in GüWR-Wohnungen umgewandelt werden dürfen, damit nicht Personen, welche die GüWR-Kriterien nicht erfüllen, aus ihren Wohnungen vertrieben werden. Bei der linksgrünen Mehrheit prallten die Freisinnigen mit dieser Forderung jedoch ab. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2018, 15:24 Uhr

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