«Transsexuell heisst nicht schwach»

Nong Rose Baan Charoensuk hat sich gegen alle Vorurteile ins Rampenlicht gekämpft. Sie hofft, damit anderen Ausgegrenzten ein Vorbild zu sein.

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Im vergangenen Monat war es endlich so weit: Nong Rose Baan Charoensuk, Kampfname Rose, durfte zum ersten Mal in ihrer Karriere im ehrwürdigen, 1945 fertiggestellten Rajadamnern-Stadion von Bangkok einen Muay-Thai-Fight bestreiten. Die 21-jährige Transfrau gewann ihn, wie auch zwei Wochen später den zweiten Kampf. Ihr Gegner Karun Priewpak Kaemlam sagte zur Agentur Reuters: «Ich konnte ihrer Kraft und Grösse nicht Paroli bieten. Sie kämpft wie ein richtiger Mann, weil sie auch einer ist.»

«Transsexuell zu sein, bedeutet nicht, schwach zu sein. Auch wir können alles erreichen», erklärte Rose, die in ihrem Leben immer wieder gegen Vorurteile ankämpfen musste. Auch gegen Vorurteile von männlichen Athleten. «Sie wollten nicht gegen einen Schwulen antreten, weil sie sagten, sowohl zu gewinnen als auch zu verlieren, wäre peinlich», erinnert sich die Sportlerin an die Zeit vor ihrer Geschlechtsanpassung.

Der Traum vom eigenen Boxclub

Bis zum ersten Auftritt im Rajadamnern-Stadion musste sie 300 Kämpfe bestreiten, 150 gewann sie, davon 30 durch K.o. Puttipong Plukram, der Besitzer des Clubs, in dem Rose trainiert, nennt sie «ein grossartiges Vorbild». Sie arbeite unheimlich hart und achte im Training auf jedes Detail. «Alle in unserem Camp respektieren und mögen sie.»

Rose, die im Alter von acht Jahren mit ihrem Sport begann, stammt aus einer Muay-Thai-Familie: Auch ihre beiden Brüder bestreiten Fights, ihr Onkel war ebenfalls ein berühmter Kämpfer und ermutigte sie stets, ihren Weg weiterzugehen.

Das Ziel von Nong Rose Baan Charoensuk ist es, als Botschafterin für Muay Thai um die Welt zu reisen und später einmal ihren eigenen Boxclub zu führen. So wie es Parinya Charoenphol, Übername Nong Toom, tut. Diese war die erste transsexuelle Thaiboxerin, der 2004 erchienene Film «Beautiful Boxer» ist ihr gewidmet.

Für transsexuelle Boxer in den Provinzen hat Rose eine Botschaft: «Lasst euch nicht entmutigen von der Ablehung, das Ziel ist in Sichtweite!» (ak)

Erstellt: 29.07.2017, 14:40 Uhr

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